die taube.

Eine Taube irrt durch den Dreck. Ein riesiger Haufen Schneematsch, von Abgasen schwarz gefärbt, von Streusalz zersetzt, aufgeweichte Fetzen von roten China-Böllern, sich auflösende Kippenstengel und Hundescheiße. An sich kaum Nährbares. Trotzdem pickt die Taube im 10 Sekunden Rhythmus darin herum. Was findet sie?
Vielleicht sind vom Bäcker auf der anderen Straßenseite Brotkrümel herüber geweht? Oder ein Vorbeihetzender hat was von seinem Döner verloren als er diesen hastig herunter schlang? Eventuell Reste eines Apfels oder das Schulbrot, das nicht geschmeckt hat?

Oder sie hat sich längst damit abgefunden einfach Dreck zu fressen.

2 Antworten zu “die taube.”

  1. Bisaz sagt:

    Genau.

    Dreck.

    Und die stille Hoffnung, dass man im Suchen was Gutes findet.

    Etwas, das das Weitermachen begründet.

    Achtung – im Sinne von jmd./etwas achten, der/das unsichtbar ist.

    Wir Tauben, wir.

    Bisaz

  2. ebbe sagt:

    Ein sehr guter Freund bekundete mir auf dem Markusplatz in Venedig mal seinen Taubenhass in sarkastischster Art und Weise:
    “Schneidest du eine Taube auf, ist nur Scheiße drin.”
    Hat mich gerade daran erinnert und ich musste schmunzeln.

    Die Fressen echt alles.

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