posterboy.

Seine Galerie sind die Metro-Stationen New Yorks. Sein wichtigstes Arbeitsgerät ein Cutter-Messer. Seine Leinwände die zahllosen Werbeplakate. Vor etwa einem Jahr habe ich in der NY Times das erste Mal über ihn gelesen und verfolge seitdem seinen Flickr-stream. Poster Boy. Seine Mashup-Collagen sind lustig, kritisch, zynisch oder einfach nur ein bisschen bunter als die Werbung, deren Platz sie einnehmen. Denn das ist sein Hauptanliegen. Den öffentlichen Raum von der omnipräsenten Bedrängung durch die Werbung befreien. Zurückerobern. Verschönern.
Trendland veröffentlichte vor Kurzem Collagen, die angeblich von Posterboy stammen. Sie gefielen mir sehr, aber ich wurde etwas skeptisch, denn im Artikel wurde ein Philippe Deliere als Posterboy identifiziert und verlinkt. Der Link führte auf einen französischen Blog über Kunst und Design. Ich wurde stutzig. Posterboy wollte immer anonym bleiben. Verständlich, denn was er macht ist juristisch betrachtet nun mal Vandalismus. Ausserdem ist er in NY geboren, South Bronx, wieso sollte er also einen Blog auf französisch führen? Google wusste auch nichts, kannte nur viele Blogeinträge, die Trendland zitierten. Also kommentierte ich direkt unter dem Post. Die Autoren antworteten nicht, aber ein anderer, Pilippe Deliere. Er sei nicht Posterboy, aber ein großer Fan von dessen Arbeit. Trendland ist eine ziemlich große Seite, mit hohem Multiplikationsfaktor. Ziemlich enttäuschend wenn man dann solche offensichtlich falschen Infos aufgetischt bekommt. Auch als Blogger muss man recherchieren und das ganze erschien sofort unlogisch. Allerdings ist es egal ob die Collagen von Posterboy oder Philippe Deliere stammen, gut sind sie in jedem Fall. Es sind die Arbeiten von Deliere! Ab dem fünften Bild seht ihr eindeutige Posterboy-Arbeiten.
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2 Antworten zu “posterboy.”

  1. S sagt:

    Es ist schon schade, dass alles mittlerweile für bare Münze genommen wird, was auf einem Blog mit etwas höherem Multiplikator steht. Und es ist großartig, dass sich andere Blogger um den Wahrheitsgehalt der Aussagen kümmern. Übrigens auch vielen Dank für den Hinweis auf Posterboy: sehr coole Sache!

  2. Coole Sache. Das mit dem Recherchieren finde ich bemerkenswert: ich selber bin manchmal einfach viel zu faul dazu ;O)

    Insgesamt finde ich, wird die Werbung dadurch aber noch auffälliger und präsenter. Nur halt schöner. Aber vielleicht soll der Überfluss an Reklame durch die “Verunglimpfung” ja auch nur deutlich gemacht werden. PS: Rostock hat auch viel Reklame, nen Cuttermesser habe ich auch^^

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