“vorsicht, ein trend geht um”

“Gib den Tag nicht auf,” existiert so ein ähnliches Lebensmotto? Irgendwo auf dem Grabbeltisch der billigen Sprüche, neben “Carpe diem” muss das doch rumliegen. Am gestrigen Tag hätte ich mir sowas auf jeden Fall auf die Stirn geklebt. Morgens kam ich kaum aus dem Bett. Den ganzen Tag über belästigten mich Kopfschmerzen und Übelkeit. Ich dachte sogar schon darüber nach wie wohl ein Schweinegrippe-Erfahrungsbericht ankommen würde. Doch zwei Stunden Schlaf, einen Kaffee und eine ganzen Kanne Tee später, fand ich mich inmitten einer tobenden Menge wieder, auf und abspringend, im Bier meines Hintermannes badend, der Ekstase sehr Nahe. Mir gings wieder gut und ich war spontan zur Mediengruppe Telekommander gegangen. Ich hatte mich vorher nie wirklich auf die Band eingelassen. Schon oft hatten mir Leute erzählt, dass die ziemlich abgehen, aber die myspace-Hörproben konnten mich nicht richtig überzeugen. Ich ging trotzdem hin, live ist sowieso immer alles anders und Alternativen gab es nicht. Was für eine gute Entscheidung. Intelligent-ironische Texte trafen auf kreischende Gitarren, krachende Drums und einen zerfetzt-elektronischen Klangteppich. Musik zum Durchdrehen. Doch jetzt, da ich mich durch die Songs höre, um eine gute Empfehlung auszusprechen, spüre ich die Energie des gestrigen Abends nicht mehr so richtig. Die Musik der Mediengruppe scheint sich live erst richtig zu entfalten. Hier ein Track, der nicht ganz so abgeht wie die anderen, dafür aber auch über youtube gut kommt. Bei den anderen kann youtube die Energie einfach nicht transportieren. Also, zieht sie euch live rein falls ihr mal die Chance habt!


2 Antworten zu ““vorsicht, ein trend geht um””

  1. dein freund sagt:

    “Gib den Tag nicht auf,” existiert so ein ähnliches Lebensmotto? Irgendwo auf dem Grabbeltisch der billigen Sprüche, neben “Wenn wenig manchmal mehr ist, ist nichts vielleicht alles?” muss das doch rumliegen.

    FYP ;)

  2. dein girlfriend sagt:

    Lieber Gabriel. Es tut mir leid, dass das Oxymoron anscheinend nicht zu deinen Freunden zaehlt. Umso schwerer ist mein Lieblingsspruch (uebrigens nicht Lebensmotto) nachzuempfinden, wenn ein solches gleich in doppelter Form auftritt. Es bedarf einem Sinn fuer Abstraktion, um einander widersprechendes, wieder sprechend zu machen. Diese Stimme des wunderbaren Minimalismus begegnet uns so oft in der Kunst, Architektur und allem anderen Schoenen in unserer Umgebung. Monotone Menschen koennen sie leider nicht hoeren (und erst recht nicht sehen).

    FYI :)

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