Archiv für April 2010

‘drunk girls’

Dienstag, 20. April 2010

Mittlerweile habe ich schon oft genug postuliert, dass ich Spike Jonze für einen der besten, kreativsten, innovativsten und radikalsten Hollywood-Regisseure halte. Er dreht selten ein ((Werbe)Musik))-Video was mir nicht gefällt. Seine neuste Arbeit ist das Musikvideo für LCD-Soundsystem, die Elektro-Punk-Combo von James Murphy. Und ja, das Ganze ist wieder mal genial. Anfangs ist man skeptisch, weder der Look überzeugt, noch die Szenerie. Man ist verwirrt ob der seltsam maskierten Hunde-Menschen (oder Pandas?) in weißen Anzügen, die irgendwie billig aussehen. Keine Schnitte. Und dann eskaliert alles und die Band ist dieser weißen Gang vollkommen ausgeliefert, muss den Song aber noch zu Ende performen. Wird geschlagen, gedemütigt, ausgelacht. Unbeschreiblich wie viele Interpretationsmöglichkeiten dieses vom Chaos regierte und inszenierte Video zulässt. Spiiiiiiiiiiiike.

Bei you-copyrightyourass-tube kann man das Video natürlich nicht sehen. Eine gute Alternative ist Tape.tv, wobei ich es nicht einbinden kann. drunk girls

der zustand der welt.

Freitag, 16. April 2010

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denk an deine ziele. in der eisdiele. lan.

Donnerstag, 15. April 2010

burial

Dienstag, 13. April 2010

Ich habe diese endlos-repeat-momente eher selten aber Burial von Miike Snow strahlt alles aus was dieser Tag für mich ist. Fantastisch, wie das ganze Debüt-Album der schwedischen Band. Ziehts euch rein.

für meine lieben raucher-freunde.

Montag, 12. April 2010

von Gino & The Garlic Myth   via IGNANT

nüsse in heavy rotation.

Montag, 12. April 2010

Manchmal isst man den ganzen Abend irgendwelche Nüsse nur weil sie bei einer langweiligen Party direkt vor einem auf dem Tisch stehen. Man schiebt sich eine nach der anderen rein und dann fragt irgendwer:”Wie sind denn die Nüsse?”, und dann fällt einem auf, dass man keine Ahnung hat wie sie eigentlich schmecken. Man schiebt sich noch eine rein und merkt, dass sie irgendwie nach nichts so richtig schmecken. Nicht gut, nicht schlecht, aber irgendwie genießbar. Bei der nächsten Party sucht man dann überall nach ihnen. Delphic sind solche Nüsse.

Vorgestern habe ich den ganzen Tag Acolyte gehört, das Debüt der Engländer. Ich machte tausend Dinge, immer lief Delphic, das Album endete, ich machte ne replay. Aber Abends als ich von der Band erzählen wollte hatte ich keine Ahnung. Ich erinnerte mich weder an den Sound, noch fiel mir ein Song ein, der mir besonders gut gefallen hätte. Dann fand ich in einem Stapel Zeitschriften die ungelesene INTRO, Coverstory: Delphic. Darin werden die Jungs aus Manchester mit New Order verglichen. Nächster Albumdurchlauf.

Und dann war ich drin. Delphic verbreiten Melanchloie ohne lahm zu klingen, sie haben Power ohne kraftvoll zu sein. Wie eine entschleunigte Version von Passion Pit, weniger quietschend und musikalisch viel komplexer. Englische Schwerenöter, die von dem französischen Hipster-Label Kitsuné vertreten werden. Die ihr Video zu Counterpoint in Tschernobyl drehen lassen, wegen der besonderen Atmosphäre, der Leere, damit es nicht egal ist, nicht einfach nur irgendein Video. Und Acolyte ist auch nicht einfach irgendein Album. Auch wenn man Zeit braucht das zu erkennen.

barely breathing.

Freitag, 09. April 2010

schrei
Ich bin ein Cheeseburger auf dem dreckigen Boden der U1 um 4 Uhr nachts. Mein verbranntes Stück Fleisch ist nur nach eingängiger Betrachtung und mit viel Fantasie als solches zu identifizieren. Mein Käse ist nicht richtig zerlaufen, viel zu gelb, und hat eine Konsistenz wie hart gewordenes Flüssig-Silikon. Bei jeder Station werde ich weiter zermatscht und klebe am Ende der Nacht unter Hunderten Sohlen. Unter Doc Martens und Nikes. Unter New Balances und Common Projects. Irgendein in seiner Spiritualität Verhedderter latscht sogar barfuss in mich rein.-

Ich laufe durch den Supermarkt und suche nach dem Käse, den du so gerne magst. Ich gehe ganz langsam am Kühlregal vorbei, aus Angst deine Sorte zu übersehen. Es macht mich vollkommen fertig wie viel Käse dieser beschissene Supermarkt hat. Jede Ziege dieser Erde scheint hier mit einer eigenen Sorte vertreten. Das Regal wird länger und länger bis ich sein Ende nicht mehr sehen kann. Akribisch scanne ich jeden Zentimeter. Die Gerüche von französischem Ziegen- und mittel-kroatischem Rohmilchkäse umhüllen mein Zeitgefühl. Irgendwann weiß ich nicht mehr wie lange ich schon suche, wie weit ich schon gegangen bin. Ich gucke mich um und stehe in einem schmalen Tunnel. Klinisch-weiß beleuchtet. Ich sehe kein Ende und keinen Anfang, nur dieses Regal mit seinen Millionen Käsesorten. Ich suche weiter. Mein Rücken schmerzt, meine Finger sind blau angelaufen und gerade als mir das Ziel meiner Suche zu entgleiten scheint, sehe ich sie. Die Sorte. Die Erlösung. Ich greife nach ihr und stehe im nächsten Moment an der Kasse des Supermarktes. Auf dem Band liegen Bier und all die Zutaten für das Sandwich was ich mir noch machen wollte. Doch der Käse fehlt. Barrack Obama bittet mich um 25,60 Euro und fragt mich ob ich die Treue-Punkte möchte. Dann dreht er sich um und lacht Bush aus weil der schon wieder eine Stornierung verbockt hat. Plötzlich bin ich zuhause und blicke in deine nassen Augen. Der Käse sei das einzige gewesen, um das du mich gebeten hast. Nie würde ich deine Wünsche beachten. Ich sei ein Egoist. Ein Arschloch. Du sagst, dass du mich nicht mehr liebst. Du verlässt mich.-

Ich werde von mageren, aufrecht gehenden Chris-Cunningham-Gesichtigen Zebras in SS-Uniformen über ein Zuckerrüben-Feld gejagt. Ich laufe ohne voran zu kommen, ich schlage um mich aber meine Schläge haben überhaupt keine Kraft. Sie stecken mich in einen Raum und auf einmal bin ich von all meinen Sehnsüchten und Träumen umgeben. Ich sehe alles ganz klar, ganz nah, ganz erfüllbar und gebe mich der Illusion hin, dass jetzt alles gut ist. Ich vergesse die fiesen Fratzen der Nazi-Zebras, dieses fauchende Vieren und ihre deformierten aber sehnig harten Körper. Die Schönheit meiner strahlenden Träume erhellt den Raum, ich fühle mich sicher und greife nach ihnen. In dem Moment zerfetzt ein monumentales Geräusch die Illusion. Ein fiebriges Piepen begleitet das Massaker, das ich selbst an meinen Träumen begehe, denn alles nachdem ich greife verbrennt in übertrieben animierten Flammen.-