Archiv für die Kategorie ‘cinéaste’

moon.

Freitag, 13. August 2010

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Vor etwa einem Jahr las ich online das erste überschwängliche Review, seit etwa einem halben Jahr steht er im Regal meiner Videothek und seit 1 Monat ist er bei uns landesweit in den Kinos. MOON. Ich weiß nicht warum so ein Film mit solch einer Verspätung ins Kino kommt, warum sich anscheinend kein Verleih findet, warum keiner erkennt, dass es sowas wie eine intern(et)ationale Dynamik gibt und MOON sicher härter eingeschlagen wäre, wenn er nicht 1 Jahr lang abgekühlt wäre. Aber egal, darum soll es nicht gehen.

Alles was ich sagen will: Guckt diesen Film. MOON ist Ästhetik, Spannung, Fantasie und dann Psychologie. Unaufgeregt und ohne großes Budget ausgestattet, erschafft Duncan Jones ein realitätsnahes Szenario. Ein Mann arbeitet auf dem Mond für das Fortbestehen unserer Zivilisation. Drei Jahre Einsamkeit in den unendlichen Weiten. Unser Charakter heißt Sam Bell und wir begegnen ihm kurz vor dem Ende dieser dreijährigen Leidenszeit. Die Einsamkeit und die Sehnsucht nach seiner Familie reißen sein Nervenkostüm langsam in Stücke. “Its been way to long,” sagt er in einer Videobotschaft an die Erde, man solle sich gut überlegen ob seine Ablösung den 3-Jahres-Rhythmus beibehalten könne. “Iam talking to my self”..
Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal Schauspiel so sehr bewundert habe wie in MOON. Sam Rockwell spielt so abartig grandios, so extrem, dass man (SORREY BUT) einfach nur mitleidet. An dieser Stelle auch einfach mal Shoutouts an die Makeup-Menschen, grandiose Maske.
Ich bin wirklich dankbar, dass es mit CARGO und MOON mal wieder Filme gibt, die sich ambitioniert und ohne große Effekt-Orgasmen an das Science-Fiction-Genre wagen. Es steckt soviel Potential darin, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass Meilensteine wie 2001, Star Wars oder Blade Runner das Genre irgendwie blockieren , weil sich jeder Film mit ihnen messen muss oder auch will. Auch in MOON findet sich mit Roboter Gerty eine fettes 2001-Zitat. Wenn auch bewusst verdreht. Sci-Fi muss mal erwachsen werden, die Wurzeln nicht verleugnen, aber eben auch keine Angst vor ihnen haben. Guckt MOON, space out.

‘drunk girls’

Dienstag, 20. April 2010

Mittlerweile habe ich schon oft genug postuliert, dass ich Spike Jonze für einen der besten, kreativsten, innovativsten und radikalsten Hollywood-Regisseure halte. Er dreht selten ein ((Werbe)Musik))-Video was mir nicht gefällt. Seine neuste Arbeit ist das Musikvideo für LCD-Soundsystem, die Elektro-Punk-Combo von James Murphy. Und ja, das Ganze ist wieder mal genial. Anfangs ist man skeptisch, weder der Look überzeugt, noch die Szenerie. Man ist verwirrt ob der seltsam maskierten Hunde-Menschen (oder Pandas?) in weißen Anzügen, die irgendwie billig aussehen. Keine Schnitte. Und dann eskaliert alles und die Band ist dieser weißen Gang vollkommen ausgeliefert, muss den Song aber noch zu Ende performen. Wird geschlagen, gedemütigt, ausgelacht. Unbeschreiblich wie viele Interpretationsmöglichkeiten dieses vom Chaos regierte und inszenierte Video zulässt. Spiiiiiiiiiiiike.

Bei you-copyrightyourass-tube kann man das Video natürlich nicht sehen. Eine gute Alternative ist Tape.tv, wobei ich es nicht einbinden kann. drunk girls

don’t you compare me ’cause there ain’t nobody near me. they don’t see me, but they hear me. they don’t feel me, but they fear me.

Montag, 08. Februar 2010

Unfreiwillig lange Pause. Nehmen wir den Wochenanfang zum Anlass hier wieder ein bisschen Leben reinzubringen.
“Tha Carter Documentary”, die Doku über Lil Wayne, von der Kritik gefeiert, ist endlich bei youtube aufgetaucht. In toller Qualität.
Man muss keine besondere Affinität zu HipHop haben, um ihr etwas abzugewinnen. Denn es geht um mehr als Beats und Autotune. Man sieht wie sich ein Mensch in seinem Erfolg, in seiner Popularität verliert, die Realität in einem lila Gesöff ertränkt, in seine eigene Welt einzieht und sich dann da zum König krönt. Ein Stück Zeitgeist, ein Stück Popkultur. Sehenswert.

Part 1 von 8.

“me and the devil walking side by side”

Samstag, 16. Januar 2010

So dunkel, so düster, zeigt dieses Video die Dämonen der Nacht, die Verteuflung der Jugend. Atmet die Luft des New Yorker Undergrounds. Gil Scott-Herons Gesang fährt mir durch Mark und Bein und ich freu mich auf die Nacht. Weil in der Dunkelheit soviel Wahrheit begraben liegt und man auch mit dem Teufel ziemlich gut Party machen kann. Danke, MC.

avatar-photoshop-skilloz

Mittwoch, 06. Januar 2010

Avatar ist auf dem Weg der erfolgreichste Film aller Zeiten zu werden. Reicht das irgendwie als Einleitung?

ein schulvideo.

Montag, 21. Dezember 2009

Ziemlich großartig.

Die Hintergründe auch in Videoform. Wegen Weihnachten und so.

avatar. ohne spoiler.

Freitag, 18. Dezember 2009

Alles an diesem Film ist gigantisch. Sein Budget, angeblich 500 Millionen Dollar. Seine Entstehungszeit, 15 Jahre. Seine Vision, die Grenzen des Kinos neu zu definieren. Und auch der Preis der Kinokarte, 12,50 Euro.
Unter solchen Umständen darf man nicht nur darauf hoffen, dass das Kino einen endlich mal wieder überwältigt, man muss es voraussetzen. Vor allem wenn der Regisseur mit dem Gigantischen schon seine Erfahrungen gemacht hat. James Cameron hat mit Titanic den erfolgreichsten Film aller Zeiten gedreht. 12 Oscars, 1,8 Milliarden Dollar eingespielt, gigantisch eben. Terminator (1 und 2) fällt in die Kategorie zeitloser Klassiker. Auch Alien – die Rückkehr darf getrost als herausragend bezeichnet werden. Und jetzt Avatar. 3D-Sci-Fi-Action.

3D, das wohl spannendste am ganzen Film. Die Hoffnung einer ganzen Branche, die Hoffnung das Kino endlich wieder zu etwas besonderen machen zu können, ein Ort an dem man Filme noch erlebt und Emotionen verspürt werden, die ein Laptop mit einem leicht verpixelten Bild eben nicht transportieren kann. Cameron ist demnach Pionier und Hoffnungsträger, hat für Avatar extra ein neues Aufnahmeverfahren entwickeln lassen und ist auch im Motion-Capturing-Bereich neue Wege gegangen. Und ja, Avatar hat optisch das Tor zu einer neuen Dimension aufgestoßen. Noch nie waren Effekte so unaufdringlich und Animation so real, so sauber, so makellos. Der Planet Pandora ist eine wunderbar fantastische Welt, die man am besten mit den Worten Katja Nicodemus aus der Zeit beschreibt:”Es ist als hätte Cameron die Schöpfungsgeschichte nochmal auf LSD geschrieben”. Wenn nachts der Wald in Neon-Farben erleuchtet, insektenartige Quallen durch die Luft schweben und Eichhörnchen-Vögel-Whatevers mit einem plötzlich aufpoppendem, rot strahlenden Propeller durch die Gegend flashen, dann möchte man sich in dieser Welt auf einen Ast setzen und eine von den schönen Pflanzen essen. Oder rauchen. Und auch die NaVi, die Ureinwohner, blau, 3 Meter groß und mit einem fashionablen Sinn für Neon-Farben, sehen wunderbar ästhetisch aus wenn sie durch die Bäume springen oder eine von ihren spirituell-weggetretenen Performances aufführen. Was also diese Ebene angeht, das Visuelle, das Eintauchen in diese Welt, ist dieser Film überragend. Ein Meisterwerk, das Maßstäbe setzt. Wie viel Einfluss 3D auf diesen Eindruck hat, lässt sich vermutlich nur herausfinden wenn man ihn sich nochmals in der normalen Version ansieht. Thesen will ich hierzu keine aufstellen.

Die Handlung, ohne hier irgendwas zu verraten, ist vorhersehbar und driftet oft ins Kitschige ab. Die Charakterzeichnung ist klischeeverseucht, und dramaturgisch verhält sich Avatar wie jeder beliebige 0815-Streifen. Und das ist wirklich schade. Denn obwohl diese Schwächen mich während des Guckens nicht aus der andauernden Begeisterung reißen konnten, denke ich im Nachhinein einfach nur: “Warum denn so simpel?”. Ich muss aber gestehen, dass Avatar der erste Film ist, bei dem ich wirklich soweit gegangen bin die Handlung für die Effekte zu ignorieren und daran Spaß zu haben. Stellte ich mich einst, von der Überlegenheit des Autorenfilms überzeugt, überheblich und pseudo-intellektuell, über diejenigen die von Transformers “wegen der Effekte” begeistert waren, muss ich heute sagen: Guckt Avatar wegen dieser unbeschreiblich überragenden Effekte. Und nur deswegen.

luis und lucia.

Freitag, 11. Dezember 2009

wooaaah, flash, flash. Diese beiden zusammenhängenden Stop-Motion-Filme aus Chile habe ich bei der diesjährigen Illustrative in Berlin gesehen. Wie froh ich bin, dass sie jetzt bei youtube aufgetaucht sind. Ich war damals wirklich begeistert und bin es noch. Die Clips haben soviel Atmosphäre, sind so eindringlich und gut gemacht, dass das Gruseln eine wahre Freude ist. Auch wenn beide jeweils 5 Minuten dauern, guckt sie euch an. Sie sind so grandios. Unglaublich.

jean-michel.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Eine meiner Lieblingsszenen aus einem meiner Lieblingsfilme über einen meiner Lieblingskünstler. Basquiat, 1996, von Julian Schnabel

He says he’s jealous of the moon, because you look at it. He’s jealous of the sun, because it warms you. He says, “I feel you, even when I’m not feeling you. I talk to you when I’m not talking to you. I love you, even when I’m not loving you.”… you know I love you.

lieblingsspielzeug.

Dienstag, 24. November 2009

Wir hatten alle einen roten Ballon. Vielleicht auch ein braunes Kuscheltier oder ein blaues Spielzeugauto. Pinke Barbies oder einen zerfetzten weißen Fußball. Dieses eine Ding, das wir mit uns rumschleppten, überall hin. Das uns wichtiger war als jedes Spielzeug der Welt. Sogar wichtiger als alle Hot Wheels Autos aus dem Otto-Katalog. Wer seins aus der Hand gab, dem war schon damals alles egal. Oder er war einfach ein viel zu nettes Kind. Ich wars nicht. Meins hieß Petty und war ein kleiner, brauner Bär. Vielleicht zehn Zentimeter groß. Mir war das egal. Er war der freshte Bär überhaupt. Bären müssen nicht groß sein. Kuscheltiere sowieso nicht. Eltern die ihren Kindern diese monströsen Tiere schenken, größer als das Kind selbst, wollen was kompensieren. Furchtbar. Irgendwer (nicht meine Eltern) hat mir damals auch so einen riesigen Pinguin geschenkt. Hat mich überhaupt nicht interessiert. Er war so groß wie ich und gelbgrün. Gelbgrün, what the fuck? Ich habe ihn immer nur verprügelt. Dazu war er perfekt. Petty habe ich niemals schlecht behandelt. Er war mein Boi. Sogar als ich eingeschult wurde noch. Auf unserer ersten Klassenfahrt ist es dann passiert. Beim Abendbrot fiel sein Kopf in meine Tasse. Die Lehrerin hat ihn wieder angenäht, aber Petty war nicht mehr derselbe. Und irgendwann lag er dann nur noch am Fußende meines Betts. Traurig. Aber so enden doch die meisten der Lieblingsspielzeuglieben. Man wird groß und will nur noch neu. Nintendo. Carrera Bahn. Lego. Alles haben, alles neu. Konsequent Kind ist man nur solange man ein Lieblingsspielzeug hat. Danach fängt die ganze Scheisse an. Man begreift was Tod wirklich bedeutet. Die Mathearbeit wird auf einmal benotet. Es geht nicht mehr darum was du für ein Lieblingsspielzug hast, sondern wie viele.
In diesem Fan-Video zu dem Grizzly Bear Song Two Weeks geht es um einen jungen der noch ein Lieblingsspielzeug hat. Einen roten Ballon. Das Video ist eine Hommage an den französischen Film le ballon rouge von Albert Lamorisse. Das Original erschien 1956 und ist hier in voller Länge zu sehen. (34 min) .