Ich liebe meine Fahrrad. Ohne würde hier gar nichts gehen. Ubahn ist teuer und schwitzig, einengend. Der immer gleiche Weg. Auf dem Fahrrad sieht man mehr. Mehr Sonne, mehr Wolken, mehr Berlin. Als ich also neulich irgendwohin fuhr und mir meine Kamera um den Hals baumelte, fing ich an sinnlos zu filmen. Mein Fahrrad. Dabei kam das hier bei raus. Erwartet jetzt nichts, das ist nichts, nur mein fahrrad.
Archiv für die Kategorie ‘abstrakt alles’
i love my bike.
Mittwoch, 28. Juli 2010off to ostsee, gon rock it like he does.
Freitag, 23. Juli 2010,
Donnerstag, 22. Juli 2010Du hast schon viel Scheisse erlebt. Jeder behandelt dich wie einen Aussätzigen, wie eine Krankheit, die man schnell loswerden muss. Sie kommen, verlangen so unglaublich viel von dir, du bescherst ihnen diese Erleichterung, diese Grunderneuerung, die ihnen den Tag verschönert und trotzdem laufen sie angeekelt davon, ohne sich auch nur einmal nach dir umzusehen. Ohne das wertzuschätzen, was du ihnen gerade geschenkt hast. Und trotz alle dem sehe ich dich immer wieder lächeln, aus himmelblauen Augen.
dixie, ich weiß das wirklich zu schätzen.
ende finden.
Sonntag, 04. Juli 2010
Zufriedenheit. Ausgeglichenheit. Das Wissen, dass im Chaos der von Masseneuphorie-geschwängerten Nachtluft nichts mehr zu finden ist, was den tag noch besser, noch kompletter machen könnte. Nur zersplitterte Bierflaschen und der Frust, dass es in dieser Nacht zu viele Endorphin-Opfa für die wenigen Freiluft-Quadratmeter der Clubs sind. Trockene Luft. Beats, die nur joggen müssen, um Schweiß zu provozieren. Gute Nacht.
:)
Freitag, 02. Juli 2010Zeiten ändern sich. Das wusste schon bushido. Orte ändern sich, Gefühle ändern sich, Header ändern sich und Blog-Philosophien auch. theradiantchild wollte gerne artscene sein. Manchmal intellektuell, verkopft, literarisch, lyrisch, wie auch immer. Am Ende war es nichts richtig. Was auch okay war, aber trotzdem zu bemüht. Denn am Anfang sollte theradiantchild einfach nur Spielplatz sein. Und dazu gehts jetzt zurück. Ja man.
das kind ist in einer neuen Stadt, seiner Stadt. nichts ist so wie vorher. ausser der beat. der soundtrack der Hoffnung, die Berlin für mich war und ist, bleibt unverändert. a new error – von moderat. Keine Erwartungen, keine Ansprüche, keine Regeln. Nur die unerträgliche Hässlichkeit und die unausweichliche Schönheit der Dinge.
barely breathing.
Freitag, 09. April 2010
Ich bin ein Cheeseburger auf dem dreckigen Boden der U1 um 4 Uhr nachts. Mein verbranntes Stück Fleisch ist nur nach eingängiger Betrachtung und mit viel Fantasie als solches zu identifizieren. Mein Käse ist nicht richtig zerlaufen, viel zu gelb, und hat eine Konsistenz wie hart gewordenes Flüssig-Silikon. Bei jeder Station werde ich weiter zermatscht und klebe am Ende der Nacht unter Hunderten Sohlen. Unter Doc Martens und Nikes. Unter New Balances und Common Projects. Irgendein in seiner Spiritualität Verhedderter latscht sogar barfuss in mich rein.-
Ich laufe durch den Supermarkt und suche nach dem Käse, den du so gerne magst. Ich gehe ganz langsam am Kühlregal vorbei, aus Angst deine Sorte zu übersehen. Es macht mich vollkommen fertig wie viel Käse dieser beschissene Supermarkt hat. Jede Ziege dieser Erde scheint hier mit einer eigenen Sorte vertreten. Das Regal wird länger und länger bis ich sein Ende nicht mehr sehen kann. Akribisch scanne ich jeden Zentimeter. Die Gerüche von französischem Ziegen- und mittel-kroatischem Rohmilchkäse umhüllen mein Zeitgefühl. Irgendwann weiß ich nicht mehr wie lange ich schon suche, wie weit ich schon gegangen bin. Ich gucke mich um und stehe in einem schmalen Tunnel. Klinisch-weiß beleuchtet. Ich sehe kein Ende und keinen Anfang, nur dieses Regal mit seinen Millionen Käsesorten. Ich suche weiter. Mein Rücken schmerzt, meine Finger sind blau angelaufen und gerade als mir das Ziel meiner Suche zu entgleiten scheint, sehe ich sie. Die Sorte. Die Erlösung. Ich greife nach ihr und stehe im nächsten Moment an der Kasse des Supermarktes. Auf dem Band liegen Bier und all die Zutaten für das Sandwich was ich mir noch machen wollte. Doch der Käse fehlt. Barrack Obama bittet mich um 25,60 Euro und fragt mich ob ich die Treue-Punkte möchte. Dann dreht er sich um und lacht Bush aus weil der schon wieder eine Stornierung verbockt hat. Plötzlich bin ich zuhause und blicke in deine nassen Augen. Der Käse sei das einzige gewesen, um das du mich gebeten hast. Nie würde ich deine Wünsche beachten. Ich sei ein Egoist. Ein Arschloch. Du sagst, dass du mich nicht mehr liebst. Du verlässt mich.-
Ich werde von mageren, aufrecht gehenden Chris-Cunningham-Gesichtigen Zebras in SS-Uniformen über ein Zuckerrüben-Feld gejagt. Ich laufe ohne voran zu kommen, ich schlage um mich aber meine Schläge haben überhaupt keine Kraft. Sie stecken mich in einen Raum und auf einmal bin ich von all meinen Sehnsüchten und Träumen umgeben. Ich sehe alles ganz klar, ganz nah, ganz erfüllbar und gebe mich der Illusion hin, dass jetzt alles gut ist. Ich vergesse die fiesen Fratzen der Nazi-Zebras, dieses fauchende Vieren und ihre deformierten aber sehnig harten Körper. Die Schönheit meiner strahlenden Träume erhellt den Raum, ich fühle mich sicher und greife nach ihnen. In dem Moment zerfetzt ein monumentales Geräusch die Illusion. Ein fiebriges Piepen begleitet das Massaker, das ich selbst an meinen Träumen begehe, denn alles nachdem ich greife verbrennt in übertrieben animierten Flammen.-
berlin-hannover.
Dienstag, 30. März 2010Derselbe Beat. In billiges Plexiglas geritzte Tags. Der Wunsch in dieser Welt eine Spur zu hinterlassen, seinen Namen ins Gedächtnis gelangweilter Zugfahrer zu brennen. “Rush”, jetzt bist du in diesem Text. Erst auf Papier, dann digital, gescannt von Suchmaschienenbots, gespiegelt von Newsaggregatoren. Reproduktion. Beachtung. Kunst. Beatbreak. Vielleicht auch einfach nicht.
Eine Frau, Mitte sechzig, rot-braun gefärbte Kurzhaarfrisur, knall roter Anorak, verachtend-frustrierter Blick trotzt der Zeit und ihrem Alter indem sie den ihr angebotenen Sitzplatz verneint. Sie überlässt ihm einen jungen Brillenträger, der aussieht als könnte er es nicht abwarten endlich fünfundfünfzig zu sein. Er ist angezogen wie mein Opa oder wie sein Chef. Wie sein Chef, der ihn an diesem Montag stundenlang durchs Büro gejagt hat und wegen dem er dieses emotionslose Outfit trägt. Grau auf schwarz auf weiß auf Angepasstheit. Und er braucht diesen Sitzplatz auch ziemlich dringend weil er so fertig ist, dass er nur noch schafft irgendein Alibi-Buch auf seinem Schoß aufzuklappen bevor er vollkommen erleichtert in einen 10-minütigen Schlaf verfällt indem er von irgendeiner Sache träumt, die seinem Leben einen Sinn geben könnte. Zuhause macht er sich Spaghetti Miracoli. Er bügelt vor dem Schlafen gehen noch schnell seine andere schwarze Hose. Das Hemd kann er ruhig nochmal anziehen. Wenn er 50 ist wird er bestimmt auch endlich eine S-Klasse fahren. Nur noch 25 Jahre kein Leben. Er macht wohl was falsch.
Schwarze Strumpfhose, weißer Trenchcoat und bunter Blümchenschal. Sie macht auch irgendwas falsch.
Menschen quetschen sich durch Türen. Sehen aus wie Dilettanten in einer Kunst, die sie nicht verstehen.
Die Sonne spiegelt sich im vorbeirauschenden See, genauso wie die grauen Plattenbauten.
Einer der Dilettanten sitzt zwischen sein Gepäck geklemmt neben der Tür und versperrt den Weg. Er strapaziert Nerven und scheint zufrieden dabei. Er trägt eine lächerlich kindliche Mütze. Hin und wieder blickt er arrogant durch seine rot-blau-unterlaufende Augen durch das Abteil und lächelt, wobei eine beachtliche Zahnlücke zum Vorschein kommt. Kann er sich keine Zahnspange leisten? Ab und zu nickt er energisch mit dem Kopf und bewegt seine Hand komisch-abgespackt. Es könnte ein Zusammenhang zu seinen weißen Kopfhörern bestehen. Immer wieder kritzelt er in seinem Block herum. Er schreibt: Reflektiere oder werde reflektiert.
Noch zwei Stunden und zweimal umsteigen.
iam a dsg.
Donnerstag, 04. März 2010
Ich habe noch gar nicht erwähnt, dass ich seit Kurzem auch bei Dragstripgirl Posts raushaue. Deshalb hier einfach nur der Hinweis auf den Neusten. Ich wohne den ganzen März in Berlin, das sind die Gefühle, Impressionen und Whatevers der ersten Tage.
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Freitag, 12. Februar 2010
Ein neuer Tag. Der Schnee fällt. Millionen sterben und Alexander McQueen auch. Bestürzung vielerorts. Wieso bringt sich ein Mensch um, der gemessen an den Werten unserer Gesellschaft alles hatte? Geld, Ruhm, Selbstverwirklichung, kreative Freiheit. Die Unbegreiflichkeit des Todes umhüllt uns für die 50-70 Zeilen der Nachrufe.
Ein neuer Tag. Der Schnee fällt. Millionen sterben. Doch die Unbegreiflichkeit des Todes bleibt uns fern.
Bis zum nächsten Nachruf.
wenn es so einfach wäre, wärst du nicht so scheisse.
Donnerstag, 11. Februar 2010Jemand prügelt exzessiv aber rhythmisch auf eine drum-machine ein. Mein Herzschlag. Ich liege, lausche und nehme noch einen Schluck Kaffee. Ich denke: “Oh boy, Herz, du bist ja voll drauf. Das ist doch nur Koffein”. Es drummt hemmungslos weiter. Ich interpretiere das als Warnung. “Gib dich nicht soviel mit Mifti ab.” Zwangsweise kommt also das ganze Thema auf und schafft es auch hier in den Blog. Hand in Hand mit der Frage was für ein Charakter ich wohl in der Welt von Axolotl Roadkill wäre. Ein langweiliger wahrscheinlich. Wenn Koffein mich schon platt macht. Zweifelsohne langweilig. Mifti ist die Protagonistin des Buches, das seit Wochen sowohl die Feuilletons als auch die hashtags dominiert. Erst weil es alle so gut fanden und jetzt weil keiner mehr weiß ob er es gut finden kann. (wenn du diesen Link anklickst weil du nicht weisst worum es geht, ist mein blog ganz offensichtlich das Einzige was du liest und ich liebe dich). Ich will weder eine Debatte über die Legitimität irgendeiner herbei gedichteten Remix-Kultur führen, noch das Abschreiben von Helene Hegemann verteidigen. Intertextualität bedeutet sicher nicht, dass man manche Zitatgeber nennt und andere nicht. Sie hat Scheisse gebaut. Aber ES IST EIN GUTES BUCH. Ja. Ich lese es wahnsinnig gerne. Es bringt mich zum Lachen, es ekelt mich, es lässt mich rätseln, es gibt Antworten. Und selbst der bestohlene Airen sieht das so. Es ist einfach nur ignorant und engstirnig Axolotl Roadkill jetzt ALLES abzusprechen. Diese ganzen neidgeschwängerten Texte, die sich überhaupt nicht um das Buch drehen, sondern nur darum, dass man dem Hype ja schon Anfangs nicht getraut hätte und bla. FUCKIN BLA. Was ich in diesem Post eigentlich sagen wollte, weiß ich gar nicht mehr. Wahrscheinlich einfach nur, dass nicht immer alles so einfach ist. Man kann ja auch die Autorin scheisse finden und das Werk anerkennen. Ich muss jetzt los, Basketball, und ich hab Angst, weil ich nicht weiß was nach der drum-machine kommt.
