Archiv für die Kategorie ‘restrealität’

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Donnerstag, 21. Oktober 2010

_ from theradiantchild on Vimeo.

wegen mir.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

1

Ich drehe mich um und gehe. Ich überspringe mehrere Stufen. Ich reiße die Tür auf und die Kälte umhüllt mich, ihre Bedingungslosigkeit gefällt mir. Ich weiß nicht wie spät es ist, in meiner Jackentasche krame ich 30 Cent zusammen weil ich weiß, dass in der Ubahn-Station Menschen auf den Morgen warten. Wegzoll. Es fährt keine Bahn mehr. Deine Tränen haben nicht salzig geschmeckt. 1000 Antworten und die einzige Frage bleibt offen. Wie reißt man Blockaden ein, die man selber errichtet hat? Ich habe den Bauplan verloren. Für mich, für meine Emotionen, für meine Blockaden. Ich hab vergessen, dass es dafür keine Pläne geben sollte. Ich muss mich von allem losreißen, um alles wieder anzubinden. Ich will bleiben. Ich drehe mich um und gehe.

barely breathing.

Freitag, 09. April 2010

schrei
Ich bin ein Cheeseburger auf dem dreckigen Boden der U1 um 4 Uhr nachts. Mein verbranntes Stück Fleisch ist nur nach eingängiger Betrachtung und mit viel Fantasie als solches zu identifizieren. Mein Käse ist nicht richtig zerlaufen, viel zu gelb, und hat eine Konsistenz wie hart gewordenes Flüssig-Silikon. Bei jeder Station werde ich weiter zermatscht und klebe am Ende der Nacht unter Hunderten Sohlen. Unter Doc Martens und Nikes. Unter New Balances und Common Projects. Irgendein in seiner Spiritualität Verhedderter latscht sogar barfuss in mich rein.-

Ich laufe durch den Supermarkt und suche nach dem Käse, den du so gerne magst. Ich gehe ganz langsam am Kühlregal vorbei, aus Angst deine Sorte zu übersehen. Es macht mich vollkommen fertig wie viel Käse dieser beschissene Supermarkt hat. Jede Ziege dieser Erde scheint hier mit einer eigenen Sorte vertreten. Das Regal wird länger und länger bis ich sein Ende nicht mehr sehen kann. Akribisch scanne ich jeden Zentimeter. Die Gerüche von französischem Ziegen- und mittel-kroatischem Rohmilchkäse umhüllen mein Zeitgefühl. Irgendwann weiß ich nicht mehr wie lange ich schon suche, wie weit ich schon gegangen bin. Ich gucke mich um und stehe in einem schmalen Tunnel. Klinisch-weiß beleuchtet. Ich sehe kein Ende und keinen Anfang, nur dieses Regal mit seinen Millionen Käsesorten. Ich suche weiter. Mein Rücken schmerzt, meine Finger sind blau angelaufen und gerade als mir das Ziel meiner Suche zu entgleiten scheint, sehe ich sie. Die Sorte. Die Erlösung. Ich greife nach ihr und stehe im nächsten Moment an der Kasse des Supermarktes. Auf dem Band liegen Bier und all die Zutaten für das Sandwich was ich mir noch machen wollte. Doch der Käse fehlt. Barrack Obama bittet mich um 25,60 Euro und fragt mich ob ich die Treue-Punkte möchte. Dann dreht er sich um und lacht Bush aus weil der schon wieder eine Stornierung verbockt hat. Plötzlich bin ich zuhause und blicke in deine nassen Augen. Der Käse sei das einzige gewesen, um das du mich gebeten hast. Nie würde ich deine Wünsche beachten. Ich sei ein Egoist. Ein Arschloch. Du sagst, dass du mich nicht mehr liebst. Du verlässt mich.-

Ich werde von mageren, aufrecht gehenden Chris-Cunningham-Gesichtigen Zebras in SS-Uniformen über ein Zuckerrüben-Feld gejagt. Ich laufe ohne voran zu kommen, ich schlage um mich aber meine Schläge haben überhaupt keine Kraft. Sie stecken mich in einen Raum und auf einmal bin ich von all meinen Sehnsüchten und Träumen umgeben. Ich sehe alles ganz klar, ganz nah, ganz erfüllbar und gebe mich der Illusion hin, dass jetzt alles gut ist. Ich vergesse die fiesen Fratzen der Nazi-Zebras, dieses fauchende Vieren und ihre deformierten aber sehnig harten Körper. Die Schönheit meiner strahlenden Träume erhellt den Raum, ich fühle mich sicher und greife nach ihnen. In dem Moment zerfetzt ein monumentales Geräusch die Illusion. Ein fiebriges Piepen begleitet das Massaker, das ich selbst an meinen Träumen begehe, denn alles nachdem ich greife verbrennt in übertrieben animierten Flammen.-

antwort.

Donnerstag, 18. Februar 2010

1

Stell dir eine Wüste vor. Nur Sand. Endlos. Und dann stell dir vor, dass es in dieser Wüste regnet. Einen ganzen Monat. Aber es regnet kein Wasser, sondern Nougat-Creme. Und jetzt versuch dir diese braune Masse vor Augen zu führen, die entsteht wenn sich der Nougat-Regen mit dem endlosen Sand vermischt. So fühlt sich die verklebte Trockenheit in meinem Mund an. Ich hätte dieses Zeug nicht essen sollen. Schokolade ist eine Droge und das ist jetzt die Überdosis.
Die rettende Flasche Wasser steht neben dem Bett. Aber ich müsste sie wecken, um mich zu retten. Ich sehe sie an. Ihr Atem ist ein angenehm kühler Wind in meiner Wüste. Ich denke, dass sich wirkliche Schönheit erst offenbart wenn der Schlaf dem Gesicht die kontrollierenden, maskenhaften Züge der Mimik entzieht. Nur leises, rhythmisches Atmen.
Dann wacht sie auf, sieht mich an und will mich küssen. „Ich will dich da wirklich nicht mit reinziehen“, sage ich und klettere über sie, um alles einfach hinwegzuspülen. In diesem Moment ist diese Flasche Wasser meine Antwort. Auf alles.
Mit großen Schlücken verschwindet die Antwort in den Tiefen meines Körpers und ich finde es deprimierend, dass ich sie in einigen Stunden unter größter Erleichterung wieder auspissen werde. Ich klettere wieder ins Bett und sehne mich zurück in die Wüste. Nur wegen des Gefühls die Antwort zu kennen.

/restrealität/

die reste.

Montag, 08. Februar 2010

Wie die Nacht. Wie dein Haar. Wie die Wimperntusche, die dir in deinen Tränen gelöst die Wange herunter läuft. Wie das “fuck you”, das mit Edding in die Bahn gekritzelt ist. Wie das Cover deines Lieblingsalbums. Wie das Innere der Banane. Wie mein Handschuh, den ich hätte ausziehen sollen als ich dir übers Gesicht strich. Wie der Stift mit dem ich diese Zeilen schreibe. Wie die Asche an unserem Joint. Wie der Himmel auf dem unsere Sterne leuchteten. Wie das Glas Whiskey-Cola, das du mir ins Gesicht schüttest. Wie deine Leggings mit der Laufmasche. Wie die Ungewissheit was ist, was war, was sein wird.
Alles schwarz.

Dies ist Restrealität. Eine Kategorie, die ich von meinen lieben Freunden S&B geklaut habe. Mit deren Segen. Die Restrealität ist alles und nichts. Fiktion und Realität. Wahrheit und Lüge. Hässlich und schön. Liebe und Hass.